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Politische Weltkunde am Berlin Kolleg

RAHMENPLAN POLITIKWISSENSCHAFT

 

 

PW  Q 1  Grundlagen zur Erschließung von Politikfeldern

In PW beginnen wir mit der Betrachtung der Grundlagen der Demokratie und  deren Herausforderungen und Anfeindungen. Sie sollen verschiedene Demokratiemodelle kennen lernen und sich mit dem Extremismus und Terrorismus unterschiedlicher Art auseinandersetzen. Sie sollen untersuchen, warum z.B. nazistisches Gedankengut noch immer für viele Menschen attraktiv ist, worauf religiöser  Fundamentalismus basiert oder was die Grundlage des Terrorismus sind. Im Wahlbereich können auch eher wirtschaftlich
orientierte Themen wie die Modelle der sozialen Marktwirtschaft und der Planwirtschaft bearbeitet werden.

1.   Pflichtbereich: Demokratie gestern, heute und morgen

    
a.  Wie funktioniert Demokratie? (z.B. USA, BRD)


    
b.  Vor- und Nachteile der direkten Demokratie - Volksentscheide und Volksbegehren

          (Schweiz, Weimarer Republik)

 

     c.  Rätegedanke in Russland (1917/18) und der Weimarer Republik
         (1918/19) - Ausdruck wahrer Demokratie oder Diktatur?


   
d.  Aktuelle Entwicklungen: Neue Politikformen seit der Studentenbewegung
         1968, Bürgerinitiativen etc.

2.   Pflichtbereich: Gegner der Demokratie

    e.   Politischer Extremismus: Theorie, Praxis und aktuelle Tendenzen

 
    f.   Antisemitismus gestern und heute


   
g.   Neonazismus und Neue Rechte als Bedrohung unserer Demokratie


   
h.   Islamismus eine Herausforderung unserer Werte

 
    i.   Linksradikalismus - Nachfolger der RAF?


   
j.   Terrorismus als weltweites Phänomen

Wahlbereich / Ausgewählte Themen

  3.    Vergleich BRD-DDR seit 1949 unter verschiedenen Aspekten
  4.    Gesellschafts- und Sozialstruktur, Markt- bzw. Zentralverwaltungswirtschaft
  5.    Konflikt und Konsens - Untersuchung innergesellschaftlicher (z.B. Hartz

         IV) und internationaler Konflikte (Sudan, Tschetschenien)

 

 

 

 

 

 

 

PW  Q 2    Bundesrepublik Deutschland heute

 

In diesem Semester untersuchen wir, wie die Normen und Werte des Grundgesetzes in unserem sozialen und demokratischen Rechtsstaat umgesetzt werden, wir schauen auf die Diskrepanz zwischen Verfassungstheorie und Verfassungswirklichkeit. Neben den verfassungsrechtlichen Grundlagen unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems untersuchen wir vor allem die Zielsetzungen und die Arbeit der Parteien, lernen unterschiedliche Interessengruppen kennen und erarbeiten exemplarisch, wie diese teilweise direkt oder über die Medien Einfluss nehmen auf die Gestaltung der Politik der Bundesrepublik Deutschland. Daneben spielt das Thema der Globalisierung in diesem Semester eine wichtige Rolle.

 

1. Pflichtbereich: Verfassungstheorie: Die Bundesrepublik Deutschland als demokratischer Rechts- und Sozialstaat

                                   

a.      Die Bedeutung der Grundrechte für unsere Gesellschaft, z.B. Verbot der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer  Rasse, ihrer Religion, ihres Geschlechts oder ihrer Behinderung

 

b.      Die Grundlagen unserer freiheitlich demokratischen  Ordnung

 

c.      Aufbau und Funktionsweise von Legislative, Exekutive und Judikative

 

2. Pflichtbereich: Globales Wirtschaften contra nationale Politik

 

d.      Neoliberalismus und soziale Marktwirtschaft

 

e.      Probleme großer und kleiner Unternehmen

 

f.         Deutschland als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb

 

      g.    Konjunktur und Wachstumspolitik

 

Wahlbereich /Ausgewählte Themen

 

  1. Verfassungswirklichkeit: Wie funktioniert die Republik in der Realität?

Analyse verschiedener Medien z.B. bei bevorstehenden Wahlen; die Arbeit der Parteien (Willensbildung); Demoskopie und Wahlforschung

 

  1. Probleme der deutschen Einheit ( Politikverständnis und Vorstellung von Demokratie z.B. von Jugendlichen, Umgang mit der Geschichte, demographische Entwicklung seit 1990, Binnenwanderung und deren Folgen für Ost und West, Veränderung von Industriestandorten)
  1. Freie Themenwahl (z.B. Medien, Gewalt, Gleichstellungsprobleme von Lesben und Schwulen oder Frauen und Männern, Ökonomie und Ökologie usw.)

 

 

 

PW   Q 3    EUROPA

 

Nachdem wir zunächst die Geschichte der europäischen Einigung betrachtet haben (Warum schloss sich Europa zusammen? / In welchen Etappen vollzog sich diese Einigung?), schauen wir dann auf den aktuellen Stand dieses Prozesses (Institutionen und Verfassung).

Zweiter Schwerpunkt des Semesters wird die Frage sein, inwiefern Europa einen globalen Machtfaktor darstellt. Unstrittig gilt die EU als "wirtschaftlicher Riese", doch politisch ist sie -verglichen mit den USA- eher ein "Zwerg". Wie gestaltet die EU ihre gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik ( z.B. Kosovo-Einsatz); gibt es eine europäischen Entwicklungspolitik oder behindert die EU-Politik sogar die Entwicklung der 3. Welt?

 

                       

  1. Pflichtbereich: Geschichte der EU - Von der wirtschaftlichen zur politischen

                                Union

 

    1. Überwindung des Nationalstaats durch europäische Integration:

Europäische Einigung als Mittel zur Friedenssicherung

 

    1. Politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit der Nationalstaaten / Geographische Erweiterung, insbesondere Osterweiterung
    1. EU- Institutionen und Verfassung
    1. Europäische Parlamente im Vergleich
  1. Pflichtbereich: Machtfaktor EU - Wirtschaftlicher Riese und politischer Zwerg?

 

e.       Gemeinsame Wirtschafts- und Währungspolitik

 

f.        Grenzen nationalstaatlicher Politik - Auf dem Weg zu einer "Weltinnenpolitik"? Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik,

                   Europäische Entwicklungspolitik

      g.   Vergleich mit Wirtschaftsblöcken in Nordamerika und Südostasien

 

 

WAHLBEREICH  / AUSGEWÄHLTE THEMEN

 

  1. Gibt es eine europäische Identität?

      4.   Vorurteile über andere Nationalitäten

      5.   Minderheiten in Europa (z.B. Basken, Sinti und Roma)

      6.   Religionen in Europa

  1. Europäische Regionen - Strukturfonds und Förderprogramme (z.B. für Berlin-                  

      Brandenburg) Leben und Arbeiten in Europa - EU-Bürgerrechte, Grundfreiheiten im

            Binnenmarkt (Freizügigkeit für Arbeitnehmer, Grenzkontrollen), 

            Gleichstellungspolitik von Frauen und Männern Migrationen: Arbeitsmigranten 

            Flüchtlinge / Asylbewerber in der EU

 

 

 

 

Q 4 Internationale Entwicklungen im 21. Jahrhundert

 

Pflichtbereich 1:  Internationale Konflikte und Kriege nach dem  Ost-West-Konflikt

 

Zwei Konflikte sollen in diesem Semester genauer untersucht werden. Zum Beispiel wird das der Nahost - Konflikt  sein. Der Konflikt auf dem Balkan oder die Situation in Nigeria, Algerien oder Kongo sollen diesen Themenbereich ergänzen. Der zweite Pflichtbereich befasst sich mit den Phänomen der Globalisierung in seiner politischen und völkerrechtlichen Bedeutung. So wird z.B. untersucht, ob es möglich ist, Menschenrechte international durchzusetzen und welche Grenzen das Völkerrecht setzt.

 

1. Pflichtbereich: Internationale Konflikte

 

  1. Der Nahostkonflikt und seine Bedeutung für Europa und die Welt von seinen Ursprüngen bis in die Gegenwart
  1. Der Balkan-Konflikt als Beispiel für ethnische Konflikte, Bürgerkriege und Unabhän-

gigkeitsbewegungen

 

  1. Die Irak - Kriege und die Beziehungen der arabischen Welt zum Westen
  1. Nigeria  - ein gespaltenes Land

 

2. Pflichtbereich: Die politischen und völkerrechtlichen Zusammenhänge der Globalisierung

 

Globalisierung als politischer Prozess

 

  1. Macht und Grenzen internationaler Organisationen (UNO, NATO, EU, OSZE, IWF)
  1. Entwicklung und Durchsetzung des Völkerrechts
  1. Die Entwicklung der Menschenrechte
  1. Die Rolle von NGOs (Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International) in der internationalen Politik
  1. Der Nord - Süd - Konflikt anhand mindestens eines Beispiels (Ägypten, Brasilien oder Nigeria)

 

Wahlbereich / Ausgewählte Themen

 

  1. Hier sollen Theorien des internationalen Systems erörtert werden. Die Position von Huntington ("Kampf der Kulturen") könnte hier ebenso im Mittelpunkt stehen wie Fukuyamas These vom "Ende der Geschichte".
  2. Den Zusammenhang von Ökonomie und Ökologie zum Beispiel anhand der Regenwaldproblematik könnte man außerdem als zu wählenden Aspekt in den Unterrichtsplan aufnehmen.

 

 

Es muss aber gesagt werden, dass in diesem sehr kurzen Semester (Abitur-Semester) die zeitlichen Ressourcen sehr begrenzt sind. Das heißt: Themen der Wahlbereiche sollen in erster Linie von den Kollegiaten selbst organisiert erarbeitet (z. B. Referate) werden.